Biogas ist bei richtiger Steuerung der Anlagen ein
klima-neutraler Energieträger. Für den
Betreiber der Anlagen kann eine kontrollierte
Prozessführung entscheidend für die
Wirtschaftlichkeit der Anlage sein.
Biogas hat im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie
den Vorteil, dass es kontinuierlich und ohne
jahreszeitliche oder meteorologische Schwankungen
erzeugt werden kann und sich problemlos speichern
lässt. Biogas besitzt eine signifikant
höhere Flächeneffizienz als andere
Biokraftstoffe wie Biodiesel und Bioethanol.
Die Rahmenbedingungen der
Erneuerbare-Energie-Gesetze sind förderlich
für die Erzeugung erneuerbarer Energien. Biogas
und Bioenergie sind auch in Schleswig-Holstein und
im angrenzenden Dänemark ein aufstrebender
Wirtschaftsfaktor.
Biogas
Der energetisch verwertbare Anteil von Biogas
besteht im wesentlichen aus Methan, das neben
Kohlendioxid das Hauptprodukt der anaeroben
Fermentation ist - der Vergärung unter
Luftabschluss.
Der Fermenterinhalt - ein lebendiger Organismus
Ein gesunder Faulschlamm (das Gärsubstrat)
enthält eine Vielzahl von Mikroorganismen (hier
Bakterien und Archäobakterien). Diese
Mikroorganismen können ganz unterschiedliche
Materialien wie beispielsweise Gülle, Silagen,
Lebensmittel- und Bioabfälle bzw. die darin
enthaltenen Fette, Kohlehydrate und Eiweiße in
Biogas umsetzen. Vereinfacht können wir das
Fermentersubstrat als einen einzigen, komplexen
Organismus betrachten, der sich wie der Mensch aus
spezialisierten Untereinheiten zusammensetzt. Beim
Menschen sind dies unterschiedlich spezialisierte
Zellen, im Faulschlamm sind dies unterschiedliche
Populationen von Mikroorganismen - eine
Biozönose. Diese Populationen übernehmen
bei dem Abbau von Biomasse jeweils spezielle
Teilaufgaben, wobei Stoffwechselprodukte der einen
Art einer anderen als Nahrung dienen, bis zuletzt
Biogas (Methan) freigesetzt wird.
Mikroorganismen im
Gärsubstrat

Säurebildner
Essigsäurebildner
Methanbildner
Der belebte Schlamm ist in der Lage, erstaunliches
zu leisten. Wie bei einem Leistungssportler sind
Höchstleistungen aber nur dann zu erzielen,
wenn insbesondere die Ernährung und die
Umweltbedingungen stimmen. Eine Fehlernährung
führt nicht nur zu Einbußen beim
Gasertrag. Im schlimmsten Fall wird das
Gärsubstrat im weiteren Prozessablauf durch
Überproduktion von gewissen Stoffen so stark
beeinträchtigt, dass zu wenig Mikroorganismen
nachwachsen, um die Verluste durch Absterben oder
Austrag zu kompensieren. Die Methanausbeute sinkt.
Ohne Gegenmaßnahmen kommt der Prozess dann
unweigerlich zum Erliegen.
Deshalb ist die Eigenüberwachung des
biologischen Prozess (Fermentation) zusammen mit dem
Substrateintrag (Fütterung der Bakterien) von
großer Bedeutung, um die Methanausbeute zu
optimieren. Hier bieten die von uns angebotenen
Analysen-Sets und Labordienstleistungen Hilfe bei
der Steuerung der Anlage.
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