Institut für Umweltanalytik und Wasserwirtschaft

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Kleinlabor für die Eigenüberwachung auf der Biogasanlage


Für eine schnelle Verfügbarkeit von Messergebnissen zur Steuerung des Fermentationsprozess sind Vor-Ort-Messungen die effektivste Lösung. Die Analytik sollte mit wenig Aufwand und geringer Einarbeitung durch die Betreiber der Anlage durchgeführt werden können, da sich Störfälle selten an die Geschäftszeiten der Laboratorien halten.

Bei der begleitenden Prozess-Analytik kommt es darauf an, die Stabilität der Fermentation zu gewährleisten beziehungsweise Anhaltspunkte zu liefern, wenn eine Anlage aus dem optimalen Betriebszustand ausschert.

Probenahme

Jede Analytik, egal ob sie vor Ort oder im Fachlabor durchgeführt wird, beginnt mit der Probenahme.
Die Probenahme ist die erste Fehlerquelle bei der Beurteilung der Prozessbiologie in Biogasanlagen. Während im Labor jeder Arbeitsschritt an einer Probe einer ständigen Überwachung und Qualitätskontrolle unterliegt, ist der Betreiber einer Anlage auf sich allein gestellt.
Damit das Labor Probenmaterial bekommt, das die Verhältnisse im Fermenter möglichst gut wiederspiegelt, empfehlen wir eine repräsentative Probenahme, bei der in Intervallen Teilproben entnommen und zu einer Mischprobe vereinigt werden.

Prozess-Steuerung

Jede Fermentation hat ihre Besonderheiten, bedingt durch die baulichen Verhältnisse wie auch der Fütterung und der Entwicklung der Populationen an Mikroorganismen. Ändern sich die zugefütterten Substrate oder ändert sich die Produktivität der einzelnen Teilschritte (Hydrolyse, Acidogenese, Acetogenese, Methanproduktion), so ändern sich auch die chemischen Verhältnisse in der Anlage.

Ein Probenahme-Set sollte aus Kühlbox, Messbecher, Mischbehälter und Thermometer bestehen.

Trockensubstanz

Der Trockensubstanzgehalt der aufgegebenen Substrate ist ein gutes Maß für die in der Fermentation verfügbare Biomasse. Unerwartete Abweichungen können die Effizienz des Hydrolyseprozess verändern und damit die Grundlage für alle nachfolgenden Prozesse.

Wir bieten Ihnen eine einfache und kostengünstige Lösung zur Bestimmung der Trockensubstanz und weisen Sie und Ihr Betriebspersonal in die Durchführung und Auswertung dieser Bestimmung ein.


Basische Pufferkapazität (Kalkreserve)BiogasPro - einfache Bestimmung der
                          basischen Pufferkapazität

Der anorganisch gebundene Kohlenstoff im Fermenter (Hydrogencarbonat) reguliert den pH-Wert der Anlage. Je nach Betriebsart können unterschiedliche Zustände zu einem stabilen Betrieb der Anlage führen. Nach der Aufnahme einiger Erfahrungswerte im stabilen Betrieb kann eine vergleichende Messung schnell warnen, wenn der Betriebszustand sich ändert.

Mit der volumetrischen Bestimmung der basischen Pufferkapazität bieten wir Ihnen mit BiogasPro eine unkomplizierte volumetrische Methode an, um Veränderungen im Säurehaushalt des Fermenters zu erkennen und rechtzeitig darauf reagieren zu können.

Bei Interesse stellen wir Ihnen das Gerät leihweise zur Verfügung und geben Ihnen eine praktische Einweisung.

FOS/TAC-Bestimmung vor Ort

Mit einer FOS/TAC-Titration können Sie in einem Arbeitsgang den Gesamtgehalt an organischen Säuren (FOS) und den Gehalt an anorganisch gebundenem Kohlenstoff (TAC) bestimmen. Der FOS/TAC-Wert ist eine anlagenspezifische Kenngröße, die bei stabilem Betrieb nur wenig von den Erfahrungswerten abweicht.

Titrationsgerät
                      FOS/TAC 2000Mit einem automatischen Titrationsgerät werden pH-Wert, FOS und TAC direkt aus dem gesiebten Gärsubstrat bestimmt. Eine Bestimmung kann nach kurzer Einarbeitung in 15 Minuten bequem durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden direkt auf dem LCD-Display angezeigt.

Das FOS/TAC2000 wird mit einer Kleinwaage, Bechergläsern, einem Handsieb zur Aufbereitung des Gärsubstrats, einem Liter 0,5 molarer Schwefelsäure sowie Kalibrier- und Lagerungslösungen für die pH-Elektrode geliefert.

Mobile Gasanalytik


Die Untersuchung des erzeugten Gas erfolgt bei regulärem Betrieb mit Hilfe der Online-Messgeräte. Während der Inbetriebnahme eines Fermenters oder zur Bestimmung von anderen Parametern als den üblichen Sensor-Parametern (Methan, Sauerstoff, Schwefelwasserstoff) kann ein mobiles Gerät eingesetzt werden.

Messung der Gasqualität, der Raumluft und Detektion von Methan-Leckagen

Gassensor

Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstoff müssen auch in der Anfahrphase eines Fermenters bestimmt werden, wenn die Online-Sensoren noch kein repräsentatives Ergebnis liefern können. Ammoniak wird routinemäßig nur selten bestimmt, hat aber große Bedeutung sowohl für die Biologie des Fermenters als auch für die Korrosion bei der Verbrennung.

Mit einem Gerät wie in der Abbildung kann man die gängigen Parameter im Biogas auch an anderen Orten messen. Daneben eignet es sich als persönliche Sicherheitsausrüstung zum Einstieg in Tanks oder Reaktoren und zur Suche nach Methan-Leckagen, sowohl aus Sicherheitsaspekten wie auch zur Minimierung der Methanverluste. Durch den Austausch von Sensoren können auch andere Gase bestimmt werden.

Gärreste-Analytik

Mit einer Variante der volumetrischen Bestimmung BiogasPro kann auch der Ammoniak-Gehalt im Fermenterinhalt sowie in den Gärresten bestimmt werden.